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REVANCHE, 2007
© Spielmannfilm / Foto: Nick Albert
Eine ganze Reihe wichtiger MitarbeiterInnen der Bundestheater, nämlich die rund 400 MitarbeiterInnen des Publikumsdienstes, werden seit 1996 aus Kostengründen über den international umstrittenen Konzern G4S „zugemietet“. Als ein Billeteur diesen Umstand in einer Protestrede öffentlich kritisierte, wurde er prompt entlassen. Das Burgtheater, für das er eigentlich tätig war, hat mit dem Beschäftigungsverhältnis offiziell nichts zu tun – und kann sich fein abputzen. Aber kann es das wirklich?

G4S gehört weltweit zu den größten „Sicherheitsunternehmen“ und wird international gehäuft mit Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen sowie Korruptionsvorwürfen in Zusammenhang gebracht. Auch die Angestellten im neu eröffneten Schubhaftgefängnis in Vordernberg werden großteils von diesem Unternehmen „zugemietet“. Private „Sicherheitsdienstleistungen“ wie die Erledigung vormals staatlicher und nunmehr privatisierter Exekutivaufgaben sind das eigentliche Geschäftsfeld von G4S. In Österreich steht das Outsourcing staatlicher Exekutivbefugnisse erst am Beginn, die Abfolge der Ereignisse folgt aber einer internationalen Entwicklung: zuerst die Privatisierung des Flüchtlingslagers in Traiskirchen, nun die Teilprivatisierung der Abschiebehaft.

Was haben Bundestheater und Vordernberg gemeinsam? Stopp G4S!

Die Onlinepetition „Bundestheater und Vordernberg: Stopp G4S!“ gehört zu einer Reihe von Bemühungen, diese gesellschaftspolitischen Anschläge in einem Zusammenhang zu sehen und zu beenden. Zahlreiche Prominente ‒ u.a.
Elfriede Jelinek, Cornelius Obonya, Nicholas Ofczarek, Ursula Strauss, Ulrich Seidl ‒ haben die Petition unterzeichnet. Die Unterstützung für das Anliegen aus dem Kunst-, Kultur- und Mediensektor ist ein eindeutiges Signal. Auch wenn die aktuelle Finanzkrise des Burgtheaters die Themen Outsourcing und G4S überstrahlt: Faire und rechtskonforme Dienstverhältnisse mit adäquater Bezahlung für ALLE Beschäftigten sollten eine Selbstverständlichkeit sein ‒ auch und gerade dann, wenn die Budgets insgesamt knapp werden!

Wir werden die Unterschriften in den kommenden Tagen und Wochen an die AdressatInnen der Petition ‒ die Bundesregierung, die Gemeinde Vordernberg sowie die Bundestheaterholding ‒ übergeben. Updates und Informationen dazu wie auch zu weiteren Aktivitäten werden auf den Websites des Kulturrat Österreich und der anonymen BilleteurInnen ‒ einem Zusammenschluss von G4S-Angestellten an den Bundestheatern ‒ zu finden sein.

Wir gehen davon aus, dass es auf Dauer unhaltbar sein wird, sich als MitarbeiterIn am Burgtheater aus Gründen der Jobsicherheit anonym organisieren zu müssen.

Wir gehen davon aus, dass es auf Dauer unhaltbar sein wird, Gelder aus den ohnedies spärlichen Kunst- und Kulturbudgets an Firmen wie G4S zu zahlen.

Wir gehen davon aus, dass es auf Dauer unhaltbar sein wird, dass Flüchtlinge staatlich sanktioniert als Profitquelle für Privatunternehmen herhalten müssen.

Damit wir das erreichen, wird es weitere Proteste brauchen ‒ von uns, von euch, von allen, denen diese Anliegen wichtig sind.

Wir rufen daher dazu auf, aktiv zu bleiben, aktiv zu werden, eigene Protestformen zu entwickeln, umzusetzen, aktiv und kreativ gegen G4S an den Bundestheatern wie in Vordernberg zu arbeiten. Denn noch gilt
unverändert: Bundestheater und Vordernberg: Stopp G4S!
Die Petition "Bundestheater und Vordernberg: Stopp G4S!" im Wortlaut

Weitere Informationen:
Blog der Anonyme Billeteurinnen und Billeteure
Bundestheater Holding zum "Schandfleck des Jahres 2013" gewählt!
Volksanwaltschaft: Zwischenergebnis zur Vordernberg-Prüfung

Rückfragen:

Kulturrat Österreich
Gumpendorfer Str. 63b
A-1060 Wien

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